Positionspapier der DDG zum Typ-1-Diabetes-Screening

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) bewertet im vorliegenden
Positionspapier Chancen und Risiken eines bevölkerungsbasierten
Screenings auf Typ‑1‑Diabetes mittels Insel‑ Autoantikörpern in verschiedenen Kontexten. Der Nachweis multipler Antikörper erlaubt die frühe Identifikation präsymptomatischer Stadien mit hohem Progressionsrisiko, bei weiterhin
begrenzter individueller Vorhersagbarkeit von Manifestationszeitpunkt und ‑verlauf. Ein potenzieller Nutzen besteht in der Reduktion diabetischer Ketoazidosen und einer möglichen Progressionsverzögerung durch immunmodulatorische Therapien, ist jedoch abhängig von strukturierter Nachsorge und hoher Versorgungsqualität. Dem stehen Einschränkungen durch unzureichend standardisierte Testverfahren, variable Verläufe,
fehlende Langzeitdaten sowie psychologische und ethische
Aspekte gegenüber. Zudem zeigen gesundheitsökonomische
Analysen eine hohe Ressourcenbindung bei unklarer Kosteneffektivität.
Insgesamt sieht die DDG derzeit keine Grundlage für ein populationsweites Screening; erforderlich sind bessere Evidenz, validierte Testverfahren und gesicherte Versorgungsstrukturen.