Stellungnahme zur internationalen Umbenennung des Polyzystischen Ovarsyndroms (PCOS) in Polyendokrines Metabolisches Ovarialsyndrom (PMOS)
Am 12. Mai 2026 ist in der internationalen Fachzeitschrift Lancet das Ergebnis eines international konsentierten Namensänderungsprozesses erschienen: Das bisherige „Polyzystische Ovarsyndrom” (PCOS) wird in „Polyendokrines Metabolisches Ovarialsyndrom” (PMOS) umbenannt (Teede et al., Lancet 2026, doi.org/10.1016/S0140-6736(26)00717-8). Die Erkrankung betrifft weltweit mehr als 170 Millionen Frauen im reproduktiven Alter und ist auch in Deutschland mit einer Prävalenz von bis zu 15 % eine der häufigsten endokrin-metabolischen Erkrankungen von Frauen.
Der Konsensusprozess wurde unter Federführung der Monash University (Australien) gemeinsam mit der Androgen Excess and PCOS Society, der Patientenorganisation Verity und mit 56 Fachgesellschaften und Patientenorganisationen durchgeführt. Der neue Name wurde auf Basis von 14.360 Antworten aus zwei globalen Delphi-Umfragen, mehreren Nominal-Group-Workshops sowie einer begleitenden Marketing- und Implementierungsanalyse konsentiert. Eine Übergangsfrist von drei Jahren mit kontinuierlicher Evaluation ist vorgesehen; die Integration in ICD, SNOMED CT, internationale Leitlinien und elektronische Patientenakten ist Teil der globalen Implementierungsstrategie.